03.05.2009 OSTTHÜRINGER Zeitung

Minister fordert, Enka muss leben

Gutachten spricht von hochprofitablem Standort in Elsterberg - Kampf geht weiter Von Kathrin Schulz Elsterberg. Mit einer machtvollen Demonstration, die vom Werkstor der Elsterberger Enka durch die Stadt bis auf den Markt führte, setzte am Freitag die Belegschaft, unterstützt von der Industriegewerkschaft Bergbau- Chemie-Energie und der Bevölkerung von Stadt und Region ihren Kampf für die Erhaltung des Werkes und damit für die 380 Arbeitsplätze in der Region fort.

Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk forderte vor den schätzungsweise über 1000 Demonstranten die Geschäftsleitung des Viskoseherstellers Enka in Wuppertal auf, die Schließung zurückzunehmen und die Produktion in Elsterberg wieder anzufahren oder das Werk in Sachsen freizugeben, um den Weg für mögliche Investoren freizumachen. Betriebsratsvorsitzender Klaus Wirth verwies gegenüber OTZ auf ein Gutachten der Unternehmensberatung BR Consultants, welches feststellt, dass der Fortbestand billiger wäre als die angekündigte Schließung des Standortes Elsterberg, für die am Ende rund 7,3 Millionen Euro an Kosten anfallen würden. Der Standort Elsterberg sei "hochprofitabel" und "hätte nie geschlossen werden dürfen", zitiert Wirth das Gutachten. Auch ein Sanierungskonzept sei im Auftrag des Betriebsrates erstellt worden, betont er. "Wir hoffen, dass die Arbeitgeber wieder zurück kommen an den Verhandlungstisch", fasst der Betriebsratschef die aktuellen Entwicklungen zum Kampf um den Erhalt des Standortes in Elsterberg zusammen.

Gut drei Monate früher als zunächst angekündigt, hatte die Wuppertaler Geschäftsleitung Anfang April die Produktion des Elsterberger Viskoseherstellers eingestellt.

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